Neue Wege in der Pflegeausbildung

erfasst/geändert am 05.04.2019
Wenige Themen werden derzeit so häufig in der Gesellschaft diskutiert wie die Pflege. Sie steht vor Herausforderungen und befindet sich im Wandel: ab 1. Januar 2020 greift die neue generalistische Pflegeausbildung.
Neue Wege in der Pflegeausbildung

Das neue Pflegeberufegesetz legt ab kommendem Jahr deutschlandweit eine einheitliche Ausbildung zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen fest. Das heißt, mit dem Abschluss Pflegefachmann/Pflegefachfrau können Auszubildende später sowohl im Krankenhau, der ambulante Pflege als auch in einer Pflegeeinrichtung für ältere Menschen arbeiten.

AG trifft sich zu Konzeption und Austausch
Diese Reform veranlasste 16 Fachfrauen aus dem Pflegebereich verschiedener Einrichtungen im Ostalbkreis, eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Als Ziel definiert das Gremium, Handlungsempfehlungen zu erstellen, die als Orientierung für den Umgang mit der generalistischen Pflegeausbildung dienen sollen. Seit einem halben Jahr treffen sich die Pflegeprofis aus dem Ostalbkreis in regelmäßigen Abständen zu Austausch und Konzeption. In Kooperation mit dem Institut für Soziale Berufe St. Loreto gGmbH in Schwäbisch Gmünd werden Leitfäden vorbereitet, wie das neue Ausbildungskonzept in der Praxis umgesetzt werden kann. Alle AG-Mitglieder eint, dass ihre Pflegeschülerinnen und -schüler in St. Loreto theoretisch ausgebildet werden.

Pflegeimage verbessern und Vielfalt herausarbeiten
Obwohl jeder Träger ein eigenes Konzept zum Umgang mit der Generalistik entwerfen muss, sehen die Teilnehmerinnen die Chance, Impulse zu geben und die Region in der gesamten Pflegebranche zu stärken. „Unser Ziel ist, herauszuarbeiten mit welchen neuen Aufgaben sich die Auszubildenden auseinandersetzen müssen und wie sie diese am besten lösen können. Gleichzeitig streben wir mit unserer Arbeit an, die Qualität der Ausbildung zu verbessern“, so Ulrike Fritsch vom Institut für Soziale Berufe. Durch die generalistische Pflegeausbildung, die EU-weit anerkannt ist, bekommen die bisherig bestehenden Alten- und Krankenpfleger den gleichen Ausbildungsverlauf: „Die Ausbildungsbasis ist gleich, somit haben es Fachkräfte später leichter, zwischen der Anstellung im Krankenhaus und der Pflegeeinrichtung zu wechseln“, fügt Sigrun Merholz von der ambulanten Pflege des DRK an.
Neben der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachkraft kann man sich dennoch weiterhin auf Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege spezialisieren. Dieser, nach dem dritten Ausbildungsjahr gewählte Weg, ist allerdings nicht EU-weit anerkannt. In Bezug darauf, ob die neue generalistische Ausbildung oder eine der beiden Spezialisierungen gewählt wird, sei die individuelle Beratung wichtig, betont Beate Groot-Seitzer vom Blindenheim Schwäbisch Gmünd. Man müsse alle Wege aufzeigen, Unterschiede aber auch Vorteile erklären, sodass der Auszubildende den richtigen Weg finde.

Politik mitgestalten
Die AG-Mitglieder sehen sich nicht als Konkurrenten, sondern als Team – mit dem Anliegen, für den Auszubildenden in der Region den bestmöglichen Weg in den Pflegeberuf zu ermöglichen. „Wir können politisch aktuelle Themen aktiv mitgestalten und ergänzen uns auch gegenseitig “, so Diana Rau von der Stiftung Haus Lindenhof.


Ob sich durch das neue Ausbildungskonzept mehr Menschen angesprochen fühlen, in die Pflege zu gehen, ist noch unklar – trotz gutem Verdienst, Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einem zukunftssicheren Arbeitsplatz. Gleichwohl freuen sich die AG-Teilnehmerinnen auf Auszubildende, die sich durch die vielseitige Pflegeausbildung angesprochen fühlen.




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