Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

erfasst/geändert am 07.06.2019
In einem zweitägigen Workshop wurde ein neuentwickeltes Befragungsintrument für Menschen mit Behinderung erprobt und eingeführt...
Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Qualität des Lebens für Menschen mit Behinderung

Für Menschen, die sich nur sehr eingeschränkt mitteilen können
Inklusion bedeutet: jeder Mensch wird akzeptiert und kann gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben. „Dazu gehört auch die Fähigkeit, sein Leben möglichst selbstbestimmt planen und gestalten zu können“, sagt Johannes Blaurock, Leiter im Wohnverbund der Stiftung Haus Lindenhof. In den Wohnhäusern der Stiftung leben auch Personen, die auf Grund ihrer schwerwiegenden Behinderungen sich nicht, oder nur sehr eingeschränkt, mitteilen können. Aber, „Sprachlos ist aber niemand“, weiß Blaurock „Jeder Mensch hat Wünsche und Bedürfnisse und kann dies in irgendeiner Form ausdrücken, nur eben nicht wie gewohnt durchs Sprechen“. In der Kommunikation mit schwer- und mehrfach behinderten Personen gäbe es bisher überhaupt noch ziemlich wenig Erfahrung, bedauert der Heilpädagoge Blaurock. Deshalb befassten sich in der Stiftung Haus Lindenhof Menschen mit Behinderung, ihre Assistenten und Angehörigen und Mitarbeitende unter der Leitung von Remco Mostert, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Gent, Belgien, zwei Tage lang mit der Frage: „Wie kann es gelingen, auch für Menschen mit hohem Assistenzbedarf, deren Unabhängigkeit als Person, ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihr Wohlbefinden zu stärken?“ Und, wie kann man überprüfen, ob dies gelingt? Grundsätzlich ginge dabei es auch darum, die Potenziale der Menschen mit Behinderung zu entdecken sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken.

„Personal Outcomes Scale“ (POS)
Grundlage bildete ein neues, wissenschaftlich fundiertes und konsequent klientenzentriertes Befragungsinstrument. Die „Personal Outcomes Scale“ (POS) ist ein, untern anderem von Jos van Loon und seinem Team an der Hochschule Gent entwickeltes Messinstrument, zur Erfassung der individuellen Qualität des Lebens von Menschen, das mittlerweile internationale Beachtung gefunden hat.

An einer Weiterentwicklung von POS gearbeitet
Die Erfahrung in den Wohnhäusern der Stiftung aber zeigte, dass bei Menschen mit sehr schweren und mehrfachen Behinderungen, herkömmliche Interviewformen selbst dann, wenn sie, wie das Instrument POS in ‚leichter Sprache‘ verfasst sind, kaum anwendbar sind. Deshalb hat die Stiftung Haus Lindenhof mit dem Sozialwerk St. Georg in Gelsenkirchen und der Hochschule Gent, in den letzten Monaten an einer entsprechenden Weiterentwicklung von POS gearbeitet, erläutert Johannes Blaurock. Anhand von 48 Fragen zu acht definierten Lebensbereichen, den sogenannten Domänen, können nun auch nichtsprechende Menschen mit Behinderung über speziell geschulte Interviewer ihre Wünsche und Vorstellungen für ein erfülltes Leben mitteilen. Die Ergebnisse fließen dann in die Assistenz- und Teilhabeplanung ein. „Unser zweitägiger Workshop für Bewohner, Mitarbeiter und Leitungen war quasi der Startschuss des nun modifizierten und erweiterten Interviewleitfadens POS, der ab jetzt in den Einrichtungen der Stiftung angewendet und erprobt werden wird“, erläutert Projektleiterin Sigrid Bretzler-Nagel.



zurück zur Übersicht
 
 
 
Online-Spende  |   Drucken  |   Barrierefreiheit  |   Kontakt  |   Sitemap  |   Impressum  |   Datenschutz  |   © 2018 Stiftung Haus Lindenhof