Sexualisierte Gewalt: darüber sprechen, nicht schweigen

erfasst/geändert am 28.06.2019
Führungskräftekonferenz tagte mit Referentin Prof. Dr. Julia Gebrande
Sexualisierte Gewalt: darüber sprechen, nicht schweigen

Sexualisierte Gewalt: darüber sprechen, nicht schweigen

Auch in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe können Situationen von Übergriffen und sexualisierter Gewalt entstehen. Um diesem vorzubeugen, das Thema zu enttabuisieren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibel darauf zu machen, trafen sich die Führungskräfte der Stiftung Haus Lindenhof. Dr. Julia Gebrande, Professorin für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen an der Hochschule Esslingen, gestaltete den Nachmittag mit einem Vortrag und Gruppendiskussionen.

Zusammenhang zwischen Macht und Missbrauch
Die Wissenschaftlerin sprach an, dass es einen Zusammenhang zwischen Machtausübung und sexualisierter Gewalt gibt. „Darüber hinaus muss man zwischen verschiedenen Ausprägungen unterscheiden: Was ist eine Grenzverletzung, was bereits ein sexueller Übergriff oder gar eine Straftat gegen sexuelle Selbstbestimmung?“, hinterfragte die Spezialistin.
Ebenso sprach Gebrande Gründe für die erhöhte Gefährdung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt an, etwa fehlender Widerstand und Abwehr sowie Sehnsucht nach Zärtlichkeit, aber auch Abhängigkeitsverhältnisse in konkreten Pflegesituationen, die sich potenzielle Täter zu eigen machen können.

Diskussionen in Gruppen
Beispielhafte Szenarien, die im Bereich der Alten- und Behindertenpflege auftreten können, debattierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen. Auch im Hinblick auf das neu erschienene Institutionelle Schutzkonzept verwiesen Direktor Jürgen Kunze und Prof. Dr. Julia Gebrande darauf, dass es wichtig sei, sexualisierte Gewalt nicht zu verschweigen, weder zu bagatellisieren, noch zu dramatisieren und letztendlich das Schutzkonzept in der Praxis zu nutzen und nicht in Schubladen abzulegen.


Das von Sigrid Bretzler-Nagel und Ralf Tödter ausgearbeitete Institutionelle Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt gilt als Regelwerk zunächst im Bereich Wohnen und Arbeit für Menschen mit Behinderung und wird auf die weiteren Stiftungsbereiche übertragen.



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