40 Jahre leben, lernen und wohnen auf dem Lindenhof in Bettringen

Nahe bei den Menschen - miteinander mittendrin

Ursprünglich war auf dem Lindenhof ein großes Behindertenzentrum mit 800 Wohnplätzen, einer Fachklinik, Schule und Werkstatt geplant. Realisiert wurde nur ein Teil davon. Ein selbstbestimmtes Leben stößt in einer Großeinrichtung schnell an Grenzen. So entstand bereits im Jahre 1978 eine erste Wohngemeinschaft an einem anderen Standort. Viele weitere sind hinzugekommen. Inklusion, ein Begriff, der erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, hatte auf dem Lindenhof schon früh seine ersten Wurzeln und wächst stetig weiter.

Für die Menschen heißt mit den Menschen

Von Anfang an war es der Stiftung wichtig, Klienten und Angehörigen Möglichkeiten der Mitsprache und Mitgestaltung zu geben. Sie wurden stetig weiterentwickelt. Heute gibt es eine SMV in der Martinus Schule, Werkstatträte, Heimbeiräte oder Angehörigenbeiräte. Sie sind gewählt, vertreten engagiert ihre Interessen und bringen viele Ideen ein. In Sachen Mitbestimmungsrechte waren die Werkstätten der Stiftung Vorreiter und gehörten 2012 zu den ersten Einrichtungen, die die Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben haben.

Verlässlichkeit und individuelle Förderung

Die Martinus Schule hat vor 40 Jahren als Schule am Heim klein begonnen. Heute gehören zu ihr zwei Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren im Verbund: • Förderschwerpunkt geistige Entwicklung • Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung mit den zusätzlichen Bildungsgängen Grund- und Hauptschule und Lernförderung. Unterrichtet wird am Lindenhof, in Außenklassen, an der Stauferschule und in inklusiven Settings. Grundlage ist der "Marchtaler Plan", der Bildungs- und Erziehungsplan für Katholische Freie Schulen.

Aus Christlichem Glauben heraus handeln

„Was willst Du, dass ich Dir tue?“ (Mt. 20, 29-34, Lk 18, 35-43) ist die täglich zu beantwortende Frage an uns. Das Leitwort der Stiftung Haus Lindenhof ‚selbst. bestimmt. leben.‘ nimmt diese Botschaft Jesu auf, sie ist für uns tägliche Praxis. Im Blick auf die vergangenen vier Jahrzehnte wird für uns sichtbar, was ‚selbst. bestimmt. leben.‘ heißt. Gemeinsam mit den Menschen ihren Weg, in ein Leben in Fülle, in Freiheit und Selbstverantwortung, zu gehen.

Dabei sein und dazu gehören

Wenn jeder Mensch - mit oder ohne Behinderung - überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. Es ist normal, verschieden zu sein und jeder gehört dazu. Davon profitieren alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden und Barrieren - auch in den Köpfen - damit die Umwelt für alle zugänglich wird, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander. Inklusion ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist.

Auch technische Entwicklung war eine Pionierleistung

Der Lindenhof hat seine Entwicklungen gemacht. Und das längst nicht nur in der Zahl der betreuten Bewohner in Bettringen und in den vielen Außenstellen. Auch die Logistik und das Dienstleistungszentrum nahmen ihren Wandel. Dabei war die technische Entwicklung im Hintergrund eine echte Pionierleistung, die stolz macht und die zugleich zeigt, was den Lindenhof ausmacht: Mitarbeiter, die voran gehen und den Weg ebnen, um eines in den Vordergrund stellen zu können: den Menschen.

 
 
 
 
 
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