Feierliche Einweihung

Franziskus Kapelle ist punktlich zum Sommerfest fertiggestellt

„Bei dieser Segnung berühren sich Himmel und Erde“, eröffnete Pfarrer Prof. Dr. Dr. Sven van Meegen den feierlichen Gottesdienst der neu gebauten Franziskus Kapelle auf dem Bettringer Gelände der Stiftung Haus Lindenhof. Für die Menschen mit Behinderung, die in den Häusern Michael, Gabriel und Raphael wohnen, ist es ein neuer Ort des Glaubens, an dem künftig Gottesdienste, Andachten, spirituelle Impulse und Gebet gefeiert werden.
Im Festgottesdienst, der gemeinsam mit Bewohner:innen, Mitarbeiter:innen und den Hl. Geist Schwestern gestaltet wurde, lag der Fokus darauf, dass es viele lebendige Steine gibt, die diese Kapelle mit Leben füllen. Auch Prof. Dr. Wolfgang Wasel, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof, betonte, dass hier ein besonderer Raum entstanden sei, der vor allem durch das Kreuz, den Altar und die Einbettung in den Ort der Erinnerung hervorsticht: „Unsere Kapelle soll ein Zeichen dafür sein, dass Glaube lebt“, so Wasel. Hermann Staiber, Finanzvorstand der Stiftung, freute es, dass die lang geschmiedete Idee, eine Kapelle auf dem Gelände zu erbauen, vor sieben Jahren in die Umsetzung gemündet ist und nun real wurde: „Wir danken allen, die dazu beigetragen haben, dass wir hier einen Ort haben, an dem die Menschen Trost finden, Stille suchen und die Nähe Gottes erfahren können.“
Die neue Franziskus Kapelle mit Platz für ca. 50 Personen, gibt den Bewohner:innen die Möglichkeit, unmittelbar anschließend an ihre Wohnhäuser Gottesdienst zu feiern. Um in die bisherige Kapelle zu gelangen, die im Verwaltungsgebäude der Stiftung ansässig war, musste ein Anstieg auf dem Gelände bewältigt werden, teilweise mit Rollstühlen und Rollatoren. Besonders freute sich daher Heimbeirätin Doris Schmid über die neue Kapelle und darüber, dass sie und ihre Mitbewohner:innen künftig ganz unkompliziert die Kapelle besuchen können und gemeinsam dort Gottesdienste feiern: „Ich selber bin froh, dass wir nicht mehr den Berg hinauf fahren müssen – bei Wind und Wetter.“
Auch die beiden Schirmherren Dekan Robert Kloker und Oberbürgermeister Richard Arnold sowie Landrat Dr. Joachim Bläse betonten, wie wichtig die neue Kapelle für die Begegnung und den lebendigen Glauben der Menschen mit Behinderung sei.
Die neue Franziskus Kapelle wurde nach modernen inklusiven Standards gebaut. Sie ist barrierefrei gestaltet und bietet Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen einen leicht zugänglichen Ort für Andacht, Gebet und Gemeinschaft. Auch im Raum der Stille, der in die Kapelle integriert ist, können Gespräche und Gebet, Ruhe und Besinnung stattfinden. In diesem Kontext hob Architekt Bernd Treide die besondere Wegstrecke hervor. 2018 fanden die ersten Gespräche statt, wie die Kapelle in Verbindung mit natürlichen und einfachen Elementen gestaltet werden kann: „Die Außenwand aus Lehm mit dem Lichtkreuz holt das Licht in die Kapelle und gleichzeitig strahlt es nach außen aus. Auch der Altar, der durch unterschiedlich stark gedrechselte Eichenstützen und -streben gestaltet ist, soll die verschiedenen Menschen darstellen. Hier kommen viele verschiedene Elemente zusammen, die gemeinsam eine Einheit ergeben. Es ist ein einladender Raum und man geht dem Kreuz entgegen in aller Schlichtheit“, so Treide.
Ergänzt wird die Kapelle im Außenbereich durch die Bronze-Skulptur „Familiengruppe“ von Künstler Sepp Baumhauer, die einen besonderen Platz gefunden hat und das Miteinander an diesem besonderen Ort hervorhebt. Zu Sepp Baumhauer hat die Stiftung Haus Lindenhof eine lange Beziehung und erfolgreiche Zusammenarbeit, welche sichtbar wurde in Häusern wie dem Pflegeheim St. Ludwig oder im Pflegeheim Spital zum Hl. Geist in Schwäbisch Gmünd. Sein Atelier stand früher unterhalb des alten Wirtschaftsgebäudes des alten Lindenhofs, sodass er schon früh für und mit der Stiftung in Berührung war.

Die Skulptur „Familiengruppe“ soll mit ihrer zeitlosen Darstellung das enge Zusammenleben, den Zusammenhalt und die emotionale Verbundenheit unserer Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen darstellen.
Zentrale Werte wie Zugehörigkeit und Nähe ebenso wie Schutz, Fürsorge und Gemeinschaft über verschiedene Generationen hinaus werden als eine universelle menschliche Erfahrung dargestellt.
Die Kapelle ist ein bedeutendes Zeichen für gelebte Inklusion und ein Ort der Spiritualität, der allen Menschen offensteht. Mit der Segnung ist ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe und gelebte Gemeinschaft getan. Die Franziskus Kapelle lädt alle Menschen ein, unabhängig von Herkunft, Religion oder Behinderung, gemeinsam Glauben zu teilen und sich als Teil einer offenen und solidarischen Gesellschaft zu erleben. Besonders wichtig ist der Stiftung Haus Lindenhof, dass die Franziskus Kapelle ein Ort der Begegnung für alle Interessierten aus dem Sozialraum wird und dadurch Gemeinschaft wachsen kann. Ein hervorgehobener Dank gilt den mehr als 400 Förder:innen und Unterstützer:innen, die dazu beigetragen haben, dass diese neue Kapelle entstehen konnte.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der inklusiven Band „Staubstumm“.