Ein Treffen der besonderen Art

vertraut

Freunde und Verwandte zu besuchen, ist derzeit nicht so einfach wie noch vor einigen Monaten. Auch Menschen mit Behinderung sehnen sich nach vertrauten Gesichtern und Besuchen von Familienmitgliedern und Freunden. Hierfür haben sich die Teams der Häuser Gabriel und Michael, Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung der Stiftung Haus Lindenhof in Bettringen, einen Treffpunkt der besonderen Art geschaffen.

Regelmäßig öffnen die Häuser ihr Besuchercafé. Die Hausleiterinnen Melanie Blum, Monika Matzner und Pflegedienstleiterin Edith Krause machten trotz Betretungsverbot und Schutzmaßnahmen möglich, dass sich die Bewohner mit Angehörigen oder Freunden treffen können. Auch ist es möglich, sich inzwischen mit sogenannter Schutzkleidung im Garten zu treffen oder kleine Spaziergänge zu unternehmen.

Der regelmäßige Kontakt mit emotional bedeutenden Personen ist gerade für Menschen mit geistiger Behinderung und für Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten enorm wichtig. Unterstützte Telefongespräche sind hilfreich, aber für viele Bewohner eine Überforderung

Melanie Blum

trotzdem nah

Über eine koordinierende Stelle werden per Telefon Besuchstermine für den jeweiligen Bewohner und max. zwei Angehörigen im Voraus vereinbart. Je eine halbe Stunde haben die Besucher bei Kaffee und Kuchen Zeit zum Plaudern oder können gemeinsam Zeit verbringen. Während sich die Angehörigen ebenerdig im überdachten Außenbereich aufhalten, wird der Bewohner – je nach Unterstützungsbedarf von betreuendem Personal begleitet – in den Raum gebracht, von dem aus der Angehörige durch ein Fenster zu sehen ist. Der Mund-Nasen-Schutz kann vor der Plexiglasscheibe im Café auch abgenommen werden.

Doris Heidrich kommt auch unabhängig von Coronazeiten mindestens einmal im Monat aus Essingen, um ihre Schwester Karin im Haus Gabriel zu besuchen. „Ich weiß meine Schwester hier in guten Händen, würde sie aber trotzdem lieber in den Arm nehmen, als mit ihr durch eine Plexiglasscheibe zu reden“, erzählt sie. Die Ansprache sei durch die Scheibe schlechter möglich, dennoch sei sie froh, dass man sich durch das Besuchercafé überhaupt sehen kann.

Andrea Voigts, die hauswirtschaftliche Mitarbeiterin, stellt sicher, dass nicht nur ausreichend Kaffee und Kuchen vorhanden ist, sondern im Anschluss jedes Besuchs das Mobiliar sowie benutzte Gegenstände im Innen- und Außenbereich unter den geltenden Hygienebedingungen desinfiziert und gereinigt werden.

„Unsere Bewohner freuen sich sehr darauf, nach einer langen Zeit der Kontakteinschränkung ihre Angehörigen nun wiederzusehen, wenn auch unter strengen Bestimmungen“, meint Hausleiterin Melanie Blum. Mit Blick auf die anstehenden Lockerungen entwickelt das Team bereits weitere Möglichkeiten, Besuche zu ermöglichen.

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