Pflege in Niederstotzingen

Richtfest für das Pflegeheim St. Helena

Mit dem Richtfest des neuen Pflegeheims St. Helena wird in Niederstotzingen ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der Pflege vor Ort erreicht. Das Projekt steht zugleich für Kontinuität und Weiterentwicklung einer langen Tradition der Altenpflege in der Region.

Das Pflegeheim St. Helena geht aus dem Privaten Altenpflegehaus Niederstotzingen (PAN) hervor. Die Betriebsübernahme erfolgte zum 1. Juli 2025. Bereits in den drei Jahren zuvor wurde das PAN im Rahmen eines Managementvertrags als gemeinnützige GmbH – der PAN Altenpflege Niederstotzingen gGmbH – durch die Stiftung begleitet und bereits in St. Helena umbenannt. In dieser Zeit wurde unter dem damaligen Geschäftsführer Florian Dengler sowie der Hausleitung Thomas Brucker der Grundstein für die spätere Betriebsübernahme gelegt. Hermann Staiber, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof, freute sich über das Richtfest: „Nun wird sichtbar, dass es mit unserem gemeinsamen Bauvorhaben weitergeht und das gelingt durch die gute Kooperation mit allen Beteiligten.“

Die Pflege in Niederstotzingen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das Private Altenpflegehaus Niederstotzingen wurde im Jahr 1990 von Wilfried E. Wolf errichtet und seit 1991 als private Pflegeeinrichtung betrieben. Für die damalige Zeit war der Bau und Betrieb einer solchen Einrichtung durch eine Privatperson eine bemerkenswerte und auch risikoreiche Pionierleistung. Neben der stationären Pflege wurden über viele Jahre auch Tagespflegeangebote sowie „Essen auf Rädern“ für die Region bereitgestellt.

Mit dem Neubau des Pflegeheims St. Helena wird nun ein modernes Pflegekonzept umgesetzt. Geplant sind drei Wohngruppen mit insgesamt 45 Pflegeplätzen für Langzeitpflege, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege. Ein zentrales Element des neuen Hauses ist das Hausgemeinschaftskonzept. Dabei steht die Alltagsgestaltung der Bewohner im Mittelpunkt des täglichen Lebens. Die Bewohner werden aktiv in alltägliche Tätigkeiten eingebunden und können so ihren Tagesablauf möglichst selbstständig und lebensnah gestalten. Bürgermeister Marcus Bremer betonte: „Wir sehen, dass das Gebäude Gestalt angenommen hat. Hier entsteht ein Begegnungsort, mit dem wir ein zukunftsfähiges Zuhause für die Menschen im Alter etablieren wollen. Durch die starke Partnerschaft mit der Stiftung Haus Lindenhof wächst hier etwas ganz Neues und darauf freuen wir uns.“

Aus pflegefachlicher Sicht wird der Neubau zudem nach den Prinzipien der Milieu-Therapie gestaltet. Dabei wird die Umgebung bewusst klar strukturiert und gut erkennbar gestaltet. Diese Form der Umgebungsgestaltung unterstützt insbesondere Menschen mit Demenz dabei, sich besser zu orientieren und ihren Alltag möglichst eigenständig zu bewältigen. Gleichzeitig kann sie herausfordernde Verhaltensweisen wie Aggressionen oder depressive Reaktionen reduzieren und erleichtert damit auch die pflegerische Arbeit. Sozialdezernent Matthias Schauz hob den Stellenwert der Quartiersarbeit, die insbesondere in Zeiten des demographischen Wandels viel Offenheit und Ausdruck des umfangreichen Miteinanders in Niederstotzingen mit sich brächte.

Darüber hinaus wird im neuen Pflegeheim moderne Technik eingesetzt. Eine Inhouse-Sensorik soll die Sicherheit der Bewohner erhöhen und Pflegekräfte im Alltag unterstützen. Auch in ökologischer Hinsicht setzt der Neubau Maßstäbe: Das Gebäude wird nach QNG-Standard gefördert und klimaneutral errichtet. „7500 Arbeitsstunden sind bisher in das Gebäude investiert worden“, meinte Christoph Ost von der Firma Abenstein ist stolz auf sein Team, das bisher mangelfreie Qualität ablieferte: „Wir schaffen hier einen Lieblingsort für die Menschen, die hier einziehen werden und das macht uns stolz.“

Mit dem Richtfest rückt die Fertigstellung des Pflegeheims St. Helena einen wichtigen Schritt näher. Das neue Haus soll künftig nicht nur moderne Pflege ermöglichen, sondern auch ein Ort des gemeinschaftlichen Lebens und der Geborgenheit für ältere Menschen in Niederstotzingen sein. „Unser besonderer Dank gilt den vielen Handwerkern und Bauarbeitern, die täglich bei fast jeder Witterung dafür sorgen, dass der Neubau unseres Pflegeheims Wirklichkeit wird. Ebenso danken wir den motivierten Mitarbeiter:innen und den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne deren engagierten Einsatz eine so zahlreiche Teilnahme der Bewohner:innen nicht möglich gewesen wäre“, freute sich Hausleiter Thomas Brucker. Die Fertigstellung ist für Ende Mai 2027 angedacht, die kalkulierten Kosten belaufen sich auf 11,1 Mio. Euro. Das Projekt wird unterstützt durch Fördermittel der Stiftung Deutsches Hilfswerk.