Urkundenübergabe beim Projekt SUN
Die Stiftung Haus Lindenhof hat mit dem Projekt „SUN – Soziales Unternehmensnetzwerk für eine inklusive Arbeitswelt“ ein innovatives Netzwerkformat ins Leben gerufen, das einen neuen Impuls für mehr Teilhabe im regionalen Arbeitsmarkt setzt. Ziel des von der Aktion Mensch geförderten Projekts ist es, Unternehmen, soziale Einrichtungen, Kommunen und Organisationen als starke Inklusionspartner zu gewinnen und gemeinsam konkrete Zukunftsperspektiven für einen inklusiven Arbeitsmarkt zu entwickeln.
SUN bietet als offenes Netzwerk die Möglichkeit, Informationen und Erfahrungen auszutauschen – unter anderem in sogenannten Denkfabrik-Workshops, die Impulse für die regionale Verwirklichung von Inklusion setzen. Teilnehmende Unternehmen profitieren von individuell zugeschnittenen Aktionsplänen und Multiplikatorenschulungen, um als Vorbilder einen inklusiven Unternehmensgeist zu leben.
Im jüngsten Workshop in der Schwäbisch Gmünder Wissenswerkstatt EULE erhielten zwei Unternehmen nach erfolgreicher Verabschiedung des Aktionsplans von den Projektverantwortlichen Martina Hasenmüller und Helmut Lutsch Urkunden sowie eine Uhr. Stephan Spiegel, Geschäftsführer des Eltern-Kind-Zentrums Wippidu, und Peter Gögelein, Inhaber des Lebensmittelunternehmens Stuifenkiste, nahmen die Auszeichnung stolz entgegen.
Beide waren zu Beginn der Einladung Helmut Lutschs zur Auftaktveranstaltung gefolgt und gleich Feuer und Flamme für das Projekt. „Ich bin immer auf der Suche nach einer Lösung, wie Menschen sinnvoll integriert werden können – ob mit oder ohne Behinderung“, sagt Spiegel. „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und es geht darum, Aufgaben und Kompetenzen sinnvoll zusammenzubringen. Der Job muss zum jeweiligen Mitarbeiter passen.“ Gögelein erklärt seine Beweggründe, an dem Projekt teilzunehmen folgendermaßen: „Bei der Stuifenkiste geht es nicht in erster Linie darum, Geld zu verdienen, es geht darum Gutes zu tun mit guten Produkten.“ Und da er die Kisten für seine Produkte bereits in der Vinzenz von Paul Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof fertigen lässt, in der mehr als 180 Menschen mit Behinderung beschäftigt sind, war für ihn klar, dass er am Projekt SUN teilnehmen möchte.
Bei der Erstellung ihrer Aktionspläne loben beide die Unterstützung Helmuts Lutschs, der jederzeit auf ihre individuellen Bedürfnisse einging. „Durch die Erstellung des Aktionsplans konnte ich eigene Gedanken sortieren und meinen Mitarbeitenden eine Handlungsanweisung vorlegen“, beschreibt Spiegel die Vorteile des Plans. „Zudem muss allen klar sein, auch bisherige Mitarbeiter können jederzeit plötzlich von Einschränkungen betroffen sein, dann haben wir einen Plan.“ Auch Gögelein, der die Stuifenkiste bisher hauptsächlich alleine als „One-Man-Show“ betreibt, sieht in dem Aktionsplan eine Investition in die Zukunft seines Unternehmens. Durch die Erstellung habe er seinen Horizont erweitert. „Ich habe gelernt, Prozesse neu zu durchdenken, und bin jetzt der Meinung, dass es langfristig besser sein kann, einen Menschen mit Behinderung einzustellen, da durch hohe Zufriedenheit am Arbeitsplatz einer Fluktuation entgegengewirkt werden kann.“ Aus der Teilnahme am Projekt SUN zeihen Spiegel und Gögelein ein gemeinsames Fazit: Die Barrieren im Kopf fallen.