Vereinbarungsunterzeichnung im Rathaus
Entspannte Gesichter bei Nadine Streicher, Regionalleitung bei der Stiftung Haus Lindenhof für den Bereich Wohnen und Pflege im Alter, dem Waldstetter Bürgermeister Michael Rembold sowie Projektmanagerin Katja Koppelmann, Stabstelle für Entwicklung und Qualität im Bereich Wohnen und Pflege im Alter bei der Stiftung Haus Lindenhof, bei der Unterzeichnung der neuen Vereinbarung der Quartiersarbeit „Sorgende Gemeinschaft Waldstetten“ nach Wochen der Gespräche und Präsentationen. Der Bürgermeister verspricht sich davon einen spürbaren Erfolg bei der Gewährleistung für ältere Menschen, in den eigenen vier Wänden verbleiben zu können. Wohlwissend, dass vollstationäre Einrichtungen gebraucht werden, die Sozialträger aber nicht alles stemmen können. „Daher sind niederschwellige Angebote wie die organisierte Nachbarschaftshilfe, das Gemeindenetzwerk oder der sogenannte Papiertiger in der Kommune nötig. Damit können wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, erklärt Rembold. Der Papiertiger ist die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, was älteren Menschen oftmals Probleme bereitet. Auch sollen die Schwätznachmittage zukünftig im neuen Rathaus stattfinden, um das Thema „Begegnung“ zu intensivieren.
Katja Koppelmann zeigt sich dankbar, „dass durch das Pilotprojekt ein Weg gefunden wurde, das Quartiersprojekt länger zu finanzieren, was wiederum eine bessere Umsetzung ohne Druck bedeutet.“ Nun heiße es, weg von der Projektarbeit zu kommen und die entwickelten Angebote umzusetzen. Als Beispiel nannte sie die gut angenommenen Schwätznachmittage und auch die Nachbarschaftsgespräche. Insbesondere in Weilerstoffel habe sie gesehen, dass Menschen füreinander da sind. „Die Kunst liegt darin, die Unterstützungsmöglichkeiten anzunehmen.“ Die Bausteine vom Netzwerk seien flexibel, was Quartiermanagerin Anneliese Iser Kreativität ermögliche. Beispielsweise sei es für Paare oftmals schwierig, wenn eine Person pflegebedürftig werde und ins Heim muss. „Ein niederschwelliges Angebot bietet hier Hilfe zuhause“, betont Koppelmann.
Auch Iser freut sich, dass mehr Zeit ist, den Schritt vom Administrativen zu den Bürger:innen zu machen. Ihr geht es künftig vor allem darum, passgenaue Hilfen für die einzelnen Menschen zu entwickeln und das nachbarschaftliche, generationsübergreifende Miteinander in der Gemeinde zu stärken. Pflegende bzw. betreuende Angehörige bräuchten Entlastung, Alleinstehende und auch Familien seien auf Unterstützung angewiesen usw. Um die damit verbundenen Herausforderungen meistern zu können, gibt es bereits ein tolles ehrenamtliches Engagement, das noch ausgeweitet werden soll.
„Quartiersarbeit ist ein wertvolles Gut“, weiß Nadine Streicher. Niederschwellige Angebote seien nötig und hilfreich in Anbetracht der Tatsache, dass stationäre Einrichtungen nur noch Menschen aufnehmen, wenn die Person maximal pflegebedürftig ist. Sie sei dankbar, mit Iser das Nachbarschaftsangebot unterbreiten zu können.