Waldstetten auf dem Weg zu einer sorgenden Gemeinschaft
Waldstetten wolle sich zu einer sorgenden Gemeinde entwickeln, so Bürgermeister Michael Rembold in seiner Begrüßung bei der Abschlussveranstaltung des vom Land Baden-Württemberg geförderten Pilotprojekts zur Quartiersarbeit im ländlichen Raum. „Unser ganz großes Ziel ist es, dass die Menschen, nach Möglichkeit bis zu ihrem Lebensende, in ihrer Heimat in ihrem geborgenen Zuhause verbleiben können“. Um der Entwicklung in der Pflege, demografische Entwicklung und dem Fachkräftemangel zu begegnen „brauchen wir ein anderes Modell“, ist Waldstettens Bürgermeister überzeugt, einen Hilfe-Mix aus professionellen und ehrenamtlichen Angeboten. Dabei ist er sich sicher: „Ehrenamt braucht hauptamtliche Begleitung“ und „Quartiersarbeit ist Netzwerkarbeit“ Seit 2018 kooperieren die Stiftung Haus Lindenhof und die Gemeinde Waldstetten in der Quartiersarbeit „Ohne die Stiftung geht es einfach nicht“, resümierte Rembold in seiner Begrüßungsansprache.
„Die meisten Menschen möchten im Alter auch bei Pflegebedarf möglichst lange zuhause in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben“ bestätigte auch die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz MdL in ihrem Grußwort, anlässlich dieser Abschlussveranstaltung des Projekts „gemeinsam.waldstetten.gestalten“. Ziel des Modellprojekts sei es daher, ältere Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu stärken und den Übergang in stationäre Pflege so lange wie möglich hinauszuzögern. „Dabei müssen wir mit den Kräften, die wir haben klug umgehen“, mahnte sie.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Einrichtung einer zentralen Vernetzungsstelle mit Quartiersmanagerin Anneliese Iser, die die unterschiedlichen lokalen Akteure zusammenführt, professionelle Strukturen aufbaut und Alltagshilfen sowie Pflegeangebote koordiniert. So entstand ein Netzwerk, das Unterstützung dort bietet, wo sie gebraucht wird, nämlich direkt vor Ort und nah am Menschen. Mit Hilfe von präventiven Hausbesuchen wurden Bedarfe erkannt und Bürger über Unterstützungsangebote informiert werden, immer mit dem Ziel, Selbständigkeit zu erhalten und Vertrauen aufzubauen.
Diese präventiven Hausbesuche und die Einrichtung einer hauptamtlichen Kümmererstelle seien wichtige Faktoren für den Erfolg des Projekts gewesen, stellte Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Ute Leidig MdL, in ihrem Redebeitrag fest. Das große Engagement aller Beteiligten vor Ort habe den Aufbau einer Caring Community wesentlich vorangebracht.
Er sei gekommen, um anlässlich der Abschlussveranstaltung dieses Pilotprojektes „Danke“ zu sagen, aber auch, um zu zeigen, „wie wir im Ostalbkreis mit Veränderungen umgehen möchten“ so Landrat Dr. Joachim Bläse. Er verband dies mit dem Wunsch an die Politik, aus diesem Pilotprojekt die notwendigen Schlüsse zu ziehen, für Baden-Württemberg und ganz speziell für den ländlichen Raum. Das Miteinander und Füreinander in unserer Gesellschafft müsse wieder gestärkt werden, so der Landrat.
Für die Stiftung Haus Lindenhof sei es wichtig neben den stationären Hilfeangeboten sich auch im ambulanten Bereich zu engagieren, denn auch im Blick auf die Finanzierung sei man in einer hohen Verantwortung zukunftsfähige Versorgungsstrukturen zu entwickeln.
Um zu einer sorgenden Gemeinschaft zu werden brauche es in der Gemeinde den politischen Willen, eine enggierte Bürgerschaft mit Visionen und Ideen sowie Vernetzung und Kooperationen in einem Miteinander von Haupt- und Ehrenamt, so Quartiersmanagerin Anneliese Iser. Dabei seien immer die Menschen vor Ort die Experten.