Quartiersarbeit
71 ehrenamtlich Engagierte gestalten heute 11 Angebote für die Bürgerinnen und Bürger
Die Frage, was müssen wir heute tun, damit wir morgen gut zusammenleben können, begleitete das Quartiersprojekt „Niederstotzingen. Gemeinsam. Lebenswert. Zukunft gestalten. „Manchmal lohnt es sich mutig zu sein und Neues zu wagen!“, so das Fazit von Bürgermeister Marcus Bremer in seinem Grußwort zur Abschlussveranstaltung nach zwei Jahren Quartiersmanagement in Niederstotzingen. Das Projekt habe gezeigt, dass Lebensqualität nicht nur von der Politik abhänge sondern auch vom Mittun der Bürger. Er freute sich, dass es auch dem Gemeinderat wichtig war, das Projekt auf Langfristigkeit anzulegen, deshalb sei die gute Nachricht: „Es geht weiter!“
„Ich freue mich auch sehr, dass dieses Projekt weitergeführt wird, denn es ist beeindruckend was sie hier in Niederstotzingen in zwei Jahren geschafft haben“, so Landrat Peter Polta. Das hier Geleistete sei ein gutes Beispiel dafür, „wie wir gemeinsam die Zukunft in unseren Städten und Gemeinden gestalten können — lebenswert, solidarisch und zukunftsorientiert.“
„Wir wollen Pflege nicht nur auf Versorgung reduzieren, sondern den Menschen und sein gesamtes Lebensumfeld in den Mittelpunkt stellen“, so Prof. Dr. Wolfgang Wasel, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof und Trägerin des Niederstotzinger Pflegeheims St. Helena. Sozialraumarbeit lebe davon, Menschen, Angebote und Akteure zusammenzubringen und zu schauen, welche Fähigkeiten und Ressourcen die Menschen mitbringen. Unterstützung sollte nicht erst beginnen, wenn jemand danach frage, sie sollte dort ansetzen, wo Menschen zusammenkommen und wo sie gebraucht werde. Es gehe für die Stiftung darum, den Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, ihr Leben so selbstbestimmt als möglich zu gestalten.
Am Niederstotzinger Quartiersprojekt beteiligt sind neben der Stadt Niederstotzingen die Stiftung Haus Lindenhof und der Landkreis Heidenheim. Finanziert und unterstützt wurde das Projekt auch mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Allianz für Beteiligung und der Landesstrategie Quartier 2030. Quartiersmanagerin Andrea Steiner und Katja Koppelmann, bei der Stiftung für das Thema Sozialraumorientierung zuständig, sowie Gertraud Jauß, Pflegekoordinatorin beim Landkreis Heidenheim stellten den Verlauf des Projektes in diesen zwei Jahren vor. Begonnen hatte das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung im November 2024 und einer anschließenden Bürgerbefragung. Im Februar 2025 begann Quartiersmanagerin Andrea Steiner mit ihrer Arbeit, kurz darauf wurde das Quartiersbüro als Treffpunkt eröffnet und es gab eine Reihe von Bürgergesprächen in den Stadtteilen. Nach einer Ideenschmiede im Sommer gründeten sich mehrere Projektgruppen und begannen mit ihrer Arbeit. Derzeit engagieren sich 71 Menschen in elf Projektgruppen, so entstanden u.a. ein Fahrdienst, Spielenachmittage für Jung und Alt, ein Reair Café, eine Tanzgruppe, das Café NeST, der monatliche Mittagstisch oder eine Hausaufgabenbetreuung. Eine zentrale Rolle spielt dabei Quartiersmanagerin Andrea Steiner, sie koordiniert das Projekt, unterstützt und motiviert die Ehrenamtlichen in den unterschiedlichen Projekten und ist Anlauf- und Beratungsstellestelle für die Bürger. Begleitet wird das Projekt von einer Steuerungsgruppe, der neben Bürgermeister Bremer Experten und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen angehören. Zum Abschluss des Abends, der von Sassi Petschenke stimmungsvoll musikalisch umrahmt wurde, galt der ganz besondere Dank den vielen ehrenamtlichen in den Projektgruppen.