Preis für Bürgercourage für Bernd Sattler

erfasst/geändert am 20.03.2017
Bernd Sattler engagiert sich seit über 20 Jahren für Flüchtlinge. Jetzt wurde er mit dem Preis für Bürgercourage geehrt...
Preis für Bürgercourage für Bernd Sattler

Preis für Bürgercourage für Bernd Sattler

Ein Wegbereiter des „Gmünder Weges“
Seit 1991 engagieren sich Gmünder Bürger für die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen in der Stadt, seit 2005 als Arbeitskreis Asyl Schwäbisch Gmünd e.V.. Bernd Sattler ist Sprecher des Vereins und seit 1993 unermüdlich mit dabei und damit sicher ein Wegbereiter des heutigen „Gmünder Weges“ im Umgang mit Flüchtlingen. Seine Motivation schöpft er aus seinem starken christlichen Glauben. Aber auch die Dankbarkeit und Anerkennung der vielen Menschen, denen er bereits helfen konnte, sind für ihn Bestätigung und Ansporn. Sattler ist Heilerziehungspfleger und arbeitet seit 1996 in der Stiftung Haus Lindenhof, 50 Prozent in der Wohngemeinschaft im Turniergraben und 20 Prozent im Bischof-Ketteler-Haus. Mehr als 70 Prozent will er nicht arbeiten, denn er braucht Zeit für sein Ehrenamt im Arbeitskreis Asyl.

Sprechstunden ein Herzensanliegen
Neben seiner Aufgabe als Sprecher des Vereins sind ihm die wöchentlichen Sprechstunden ein Herzensanliegen. Jeden Freitag ist er im „P.F.I.F.F.“ im Bahnhofsplatz 8 in Schwäbisch Gmünd. Dort berät er Flüchtlinge zum Asylverfahren, bereitet sie auf ihre Anhörung vor oder hilft ihnen mit ihren Bescheiden klarzukommen. Darüber hinaus veranstaltet der Verein 14-tägig das „Weltcafé“ im Franziskaner. Ein weiterer Arbeitskreis des Vereins unterstützt die Flüchtlinge bei der Arbeitssuche, beim Schreiben von Lebensläufen oder durch die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche.

Anerkennung für über 20-jähriges Engagement
Für sein über zwei Jahrzehnte langes, beharrliches Engagement für Flüchtlinge wurde Bernd Sattler jetzt von der Stadt Schwäbisch Gmünd mit dem Preis für Bürgercourage geehrt. Der Preis wird im Gedenken an Katharina und Franz Czisch verliehen. Das Ehepaar hat im Dritten Reich und auch in der Zeit danach große Zivilcourage gezeigt. Über das Engagement von Bernd Sattler freut sich auch der Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof und gratulierte ihm zur Preisverleihung.

"Da musste ich was tun!“
Anfang der 90er Jahre gab es viel Fremdenfeindlichkeit und auch Übergriffe, erinnert er sich. Da ist sein Entschluss gereift, sich für Flüchtlinge zu engagieren. „Da konnte ich nicht mehr zusehen, da musste ich was tun!“, sagt er. Damals lebten zwischen 800 und 900 Flüchtlinge in der ehemaligen Gemeinschaftsunterkunft „Hardt-Kaserne“ in Schwäbisch Gmünd. Heute wohnen ca. 500 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften oder in der Anschlussunterbringung. Weitere 500 Flüchtlinge haben eine Aufenthaltserlaubnis. Ein Praktikum in zwei Behinderteneinrichtungen, 1990 in Israel, dies hat ihm geholfen, über den „kulturellen Tellerrand“ zu schauen, erzählt er. 13 Jahre lang, von 2000 bis 2012, fanden die Weihnachtsfeiern des Arbeitskreises für die Flüchtlinge im Saal auf dem Lindenhof statt, dann reichte er von der Zahl der Sitzplätze nicht mehr aus. Heute werden sie gemeinsam vom Arbeitskreis, der Stadt und den Kirchen veranstaltet, freut sich Sattler.

Ein verlässlicher und gewissenhafter Mitarbeiter
In der Stiftung Haus Lindenhof wird Bernd Sattler als ein sehr verlässlicher und gewissenhafter Mitarbeiter geschätzt. Er ist bei den Bewohnerinnen und Bewohnern aufgrund seiner ruhigen und ausgeglichenen Art sehr beliebt. Durch ihn hat das Bischof-Ketteler-Haus auch eine gute Verbindung zur evangelischen Weststadtgemeinde „Brücke“. Sattler ist dort im Kirchengemeinderat tätig.



zurück zur Übersicht
 
 
 
 
 
Online-Spende  |   Drucken  |   Barrierefreiheit  |   Kontakt  |   Sitemap  |   Impressum  |   © 2011 Stiftung Haus Lindenhof